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WWOOF-Erfahrungen
Markus S. erzählt von seiner Zeit als WWOOFer am Hof Mais. Insgesamt 20 Tage hat er im Frühjahr 2021 bei uns am Zürner verbracht.
Wir sind ein WWOOFer-Hof!
WorldWide Opportunities on Organic Farms (WWOOF) ist ein weltweite Bewegung, die von der Idee getragen wird, Menschen zusammenzubringen, die einen naturverbundenen Lebensstil auf dem Land führen – oder aktiv kennenlernen wollen.
Unser neues Gästezimmer!
Aus Alt mach Neu - damit sich unsere Vereinsmitglieder am Hof "Mais" wohlfühlen, haben wir ein neues Gästezimmer eingerichtet. Denn für das Leben am Bauernhof braucht man auch einen kleinen aber feinen Rückzugsort. Mehr Bilder findet ihr unten.
Unser Tätigkeitsbericht 2020
Das Jahr 2020 war voller Herausforderungen! Doch gemeinsam haben wir trotz Sicherheitsabstand alles gegeben, um die Tiere artgerecht zu versorgen und die Natur nachhaltig zu pflegen. Unseren Tätigkeitsbericht 2020 können Sie hier downloaden.
Im Gespräch mit unserer Kräuterpädagogin
Lange Zeit war ich Bäuerin am BIO-Bergbauernhof „Mais“ und gebe nun mein Wissen und meine Erfahrungen im Rahmen vom Projekt „Bauernzukunft“ vom Verein NaturAmHof an die nächsten Generationen weiter.
Brotbacken wie vor 200 Jahren
Die erfahrenen Bauersleute zeigen den Jüngeren wie man Brot vor 200 Jahren gemacht hat. Es wird mit der Hand in einem alten Brottrog aus Holz geknetet und im Holzofen gebacken - ein echter Knochenjob.
Im Gespräch mit dem Präsidenten
Bei uns am Hof haben wir schon seit mehreren Generationen auf Basis unserer ideellen Werte gelebt und gearbeitet. Ich sehe es als unsere Verantwortung, dass diese kleinbäuerliche Strukturen weiterleben können.
Unser Projekt
Das Projekt „Bauernzukunft“ erforscht, unter welchen Voraussetzung ein bergbäuerlicher Betrieb im Vollerwerb erhalten bleiben kann, wenn dieser nachhaltig und umweltschonend wirtschaftet.
Erfahrungsbericht eines freiwilligen Helfers
Steinakirchen, 18.02.2022
Im Frühjahr 2021 durfte ich insgesamt etwa 20 Tage auf dem Hof Mais am Zürner den Vereinsvorstand vom NaturAmHof bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten unterstützen. Vorab möchte ich festhalten, dass ich grundsätzlich kein großer Freund von Tierhaltung und Fleischkonsum war, und im Allgemeinen der Landwirtschaft sehr skeptisch gegenüber eingestellt war. Der Meinung war ich, da der österreichische Markt vom Fleisch von gemästeten Tieren geradezu überschwemmt ist, und ich sowohl über die Schäden von Monokulturen, unter anderem zum Anbau von Futtermais, als auch über die Importe von Tierfutter aus Südamerika, Bescheid weiß. Ich hatte nicht die beste Meinung von der Nutztierhaltung, und habe mich aus diesem Grund vor meinen regelmäßigen Besuchen auf dem Hof Mais für längere Zeit vegetarisch ernährt. Als mir mein Freund Martin anbot, einige Tage bei ihnen mitzuhelfen, willigte ich gleich, wenn auch etwas unsicher, ein. Da wir uns schon öfters über die Thematik unterhalten haben, wusste ich, dass wir viele Ansichten teilen, und dass der Hof Mais nichts mit einem Mastbetrieb gemeinsam hat, und ich wollte sehen wie Fleischwirtschaft auch stattfinden kann, und möchte gerne meine Erfahrungen die ich am Hof Mais gesammelt habe teilen.
Im Laufe des Jahres fallen viele verschiedene, saisonale Tätigkeiten an, langweilig wird es also garantiert nicht. Im Frühjahr und Sommer wird ein großer Teil der Arbeitszeit der Versorgung der Rinder gewidmet. Diese werden artgerecht gehalten, und verbringen den Großteil der wärmeren Jahreszeiten auf der Weide. Sie ernähren sich ausschließlich von Gräsern und Wiesenkräutern, frisch und getrocknet als Heu. Durch die artgerechte Haltung fallen viele Tätigkeiten an, um das Wohlbefinden der Tiere zu garantieren. Im Laufe meines Aufenthalts haben wir Zäune aufgestellt und kontrolliert, die Rinder zur Weide gebracht, das Heu für den Winter gemäht, und die Wasserversorgung auf der Weide kontrolliert. Ich konnte erleben, wie viel Mühen und Leidenschaft hinter solch einem Betrieb stecken, und dass es auch Alternativen zu den Schreckgeschichten der industrialisierten Fleischwirtschaft gibt, in denen sowohl auf Tiere als auch Umwelt geschaut wird. Ein Satz der Vizepräsidentin Christine hat sich mir besonders eingeprägt. Die Kernaussage war folgende: „Wir besitzen dieses Land nicht, wir dürfen es momentan nur bewirtschaften“. Diese Aussage trifft den Nagel auf den Kopf beschreibt die Hofführung des Vereins wohl am besten. Sie wissen, dass der Mensch die Natur nicht besitzen kann, und sie somit durch die Bewirtschaftung nicht geschädigt werden sollte, sodass sie auch zukünftige Generationen bewirtschaften können. Ein starker Kontrast zur modernen Landwirtschaft, die von Monokulturen, Massentierhaltung und Profitmaximierung geprägt ist, nicht aber von Voraussicht und Nachhaltigkeit. In diesem Sinne bewirtschaftet der Verein auch den Wald. Dieser unterscheidet sich in meinen
Augen kaum von einem Urwald, da Vereinsmitglieder nur in den natürlichen Lauf eingreift um einzelne Bäume zu fällen. Dadurch ergibt sich ein wunderschöner Mischwald, in dem kaum ein Baum von Menschen gepflanzt wurde. Sie beweisen, dass die Lösungen zur derzeitigen Umweltkatastrophe oft darin liegen, mit und nicht gegen die Natur zu arbeiten. Als Resultat bewirtschaften sie einen Wald, der sowohl gegen Schädlinge als auch Extremwetterbedingungen resistent ist.
Neben den vielseitigen Haupttätigkeiten findet die ausgebildete Kräuterpädagogin Christine noch genug Zeit für das Sammeln und Verarbeiten von Wildkräutern, und sie war sehr darum bemüht sich extra Zeit zu nehmen um mir Teile ihres Wissens weiterzugeben, da ich mich selbst sehr für die Thematik interessiere. Gemeinsam haben wir Wild und Gartenkräuter gepflückt, meistens in Begleitung der Hündin Laika. Weiters hat sie mir gezeigt, wie man Salben und Kräutersalze herstellt, und Kräuter für Tee trocknet. Außerdem bewirtschaftet sie einen Gemüsegarten für die Vereinsmitglieder, und konnte mir auch in diesem Bereich einiges beibringen.
Wie man sieht, gestaltete sich mein Aufenthalt sehr abwechslungsreich. Jeden Tag stand etwas anderes auf dem Programm. Der Vereinsvorstand bemühte sich sehr, auf meine Interessen und Bedürfnisse einzugehen. Ich kann es jeden der sich fürs Gärtnern, Naturheilkunde, nachhaltige Landwirtschaft oder Mechanik interessiert wärmstens empfehlen, den Hof Mais zu besuchen. Auch ernährungstechnisch hat sich Christine sehr bemüht und flexibel gezeigt, und hat mir auch fleischlose Gerichte zubereitet, bis ich mich ohne schlechtes Gewissen nach einiger Zeit an das Fleisch des Hofes herangetraut habe.
Ich will nichts schön reden, selbstverständlich sind ein großer Teil der Tätigkeiten körperlich anstrengend. Man verbringt einen großen Teil der Arbeitszeit auf steilem Gelände bei großer Hitze und schleppt dabei auch noch allerhand für die Arbeit notwendige Werkzeuge mit sich mit. Natürlich stieß ich auch hierbei an meine körperlichen Grenzen, schließlich war ich Student und habe mich bisher meistens von körperlicher Arbeit ferngehalten. Am Ende des Tages hatte ich jedoch das befriedigende Gefühl, etwas geschaffen zu haben, was ich in dem Ausmaß kaum kannte und nicht mit der Fertigstellung einer Seminararbeit oder einer Präsentation vergleichbar ist. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass auch körperliche, zum Teil anstrengende Arbeit, sehr befriedigend sein kann.
Abschließend möchte ich mich beim Verein NaturAmHof herzlich für die schöne Zeit bedanken. In der kurzen Zeit sind mir viele der Mitglieder sehr ans Herz gewachsen. Auf dem Hof Mais hat man einen Einblick darin wie Landwirtschaft anders als momentan leider üblich gehandhabt werden kann, und ich denke dieser Hof ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür wie sich unsere Landwirtschaft in eine nachhaltige Richtung (zurück-) entwickeln kann.
Markus S.
Wir sind ein WWOOFer-Hof
- WWOOF ist ein weltweites Netzwerk, das von der Idee getragen wird Menschen zusammenzubringen, die einen naturverbundenen Lebensstil auf dem Land führen – oder aktiv kennen lernen wollen.
- Im Zentrum stehen dabei Aufenthalte von freiwilligen Helfern auf Bio-Bauernhöfen oder Selbstversorgerhöfen. Zwischen WWOOFern und Hofbesitzern findet ein an ein Gastverhältnis angelehnter geldloser Austausch statt, bei dem WWOOFer freiwillig helfend in den Alltag auf einem Hof eingebunden werden.
- Den Link zu unserem WWOOF-Profil findest du hier.
Du bist kein WWOOF-Mitglied, möchtest aber trotzdem gerne freiwillig auf unserem Hof mithelfen? Du kannst dich gerne bei uns melden - hier findest du nähere Infos.
Unser Gästezimmer ist endlich fertig!
Im Gespräch mit unserer Kräuterpädagogin
Gaming, 03.05.2021
Hallo Christine! Danke, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast. Bitte stell dich doch unseren Lesern vor!
Sehr gerne! Mein Name ist Christine Egger, ich bin 51 Jahre alt, verheiratet und habe drei Kinder und zwei Enkelkinder. Lange Zeit war ich Bäuerin am BIO-Bergbauernhof „Mais“ und gebe nun mein Wissen und meine Erfahrungen im Rahmen vom Projekt „Bauernzukunft“ vom Verein NaturAmHof an die nächsten Generationen weiter. Meine Leidenschaft sind die Kräuter – es ist mir als Kräuterpädagogin wichtig, die Heilpflanzen und Wildkräuter, die bei uns wachsen, zu kennen und zu nutzen.
Was ist eine Kräuterpädagogin?
Es gibt ganz spezielle Zertifikatslehrgänge vom LFI (Ländliches Fortbildungsinstitut) für die Ausbildung zur Kräuterpädagogin – ich habe meine Ausbildung 2013/14 in Opponitz gemacht. Man lernt über verschiedenste heimische Pflanzen, ihre Inhaltsstoffe, ihr Vorkommen und ihre Heilkräfte. Es war eine sehr schöne Erfahrung und ich habe tolle Menschen kennengelernt, welche die gleiche Leidenschaft mit mir teilen.
Wie bist du zu dieser Tätigkeit gekommen?
Auf einer Seehöhe von 880 Metern ist es so, dass es normalerweise sehr lange Winter mit bis zu sechs Monaten Schnee gibt. Im Frühjahr wächst im Garten außer den Kräutern, welche man laienhaft als Unkraut bezeichnen würde, fast nichts. Später habe ich gelernt: die Brennnessel, die Vogelmiere, die Gundelrebe, der Beinwell, das kleinblättrige Weidenröschen und viele mehr – wichtige Wildkräuter wachsen ganz von selbst und ich wollte lernen sie zu nutzen. Ich bin überzeugt davon, dass heimische Kräuter und Heilpflanzen eine ganz außergewöhnliche Bedeutung für die dort lebenden Menschen haben.
Was fasziniert dich an der Tätigkeit mit den Kräutern?
Man entdeckt nach und nach, dass alles was im Garten wächst,
nützlich ist – beispielsweise der Giersch ist kein Unkraut, sondern eine Heilpflanze. Giersch ist eine natürlich basische Pflanze und
wirkt entgiftend, blutreinigend und Harnsäure treibend. Giersch unterstützt bei der Behandlung von Gicht und Rheuma. Auch über die Brennnessel habe ich mich früher geärgert, weil ich ihren Nutzen nicht gekannt habe, und sie sich sehr hartnäckig im Garten verbreitet. Wenn man sich etwas mit Kräuter beschäftigt, merkt man sehr schnell, dass die Brennnessel eine der nützlichsten Pflanzen ist. Sie unterstützt bei der Entgiftung und bei der Bluterneuerung. Auch fasziniert mich, wie einfach sich diese Pflanzen in die Küche integrieren lassen – wie beispielsweise geröstete Brennnesselchips, Brennnessellaibchen oder die Zubereitung von Spinat und Suppen.
Warum bist du Teil vom Verein NaturAmHof?
Im Rahmen von den Projekten von NaturAmHof kann ich mein Wissen an andere weitergeben. Für die Zeit nach der Pandemie planen wir beispielsweise Kräuterwanderungen oder auch vereinzelte Workshops zur Herstellung von Tees, Tinkturen und Salben für unsere Mitglieder. In den kommenden Monaten ist eine Zusammenarbeit mit dem Verein WWOOF geplant – das Netzwerk für freiwillige Helfer*innen, welche auf biologischen Höfen gegen freie Kost und Quartier mithelfen. Auch hier ist unser Plan, unsere Helfer aktiv in meine Arbeit mit den Kräutern einzubinden, sofern sie das Thema interessiert.
Und zum Abschluss: Was ist deine Lieblingspflanze im Garten?
Ich habe sehr viele Lieblinge im Garten. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre es die Ringelblume. Sie blüht wunderschön und ist auch sehr leicht zu handhaben. Jeden Sommer mache ich Tinkturen und Salben, da sie besondere Heilwirkungen hat.
Brotbacken wie vor 200 Jahren...
Im Gespräch mit dem Präsidenten
Gaming, 27.01.2020
Zu deiner Person?
Mein Name ist Martin Egger und ich bin in der Ausbildung zum Land- und Forstmaschinentechniker bei Komatsu Forest GmbH in Türnitz. Ich bin auf dem Bauernhof Mais in Gaming aufgewachsen und seit Ende 2019 auch Präsident des Vereins NaturAmHof.
Warum habt ihr den Verein gegründet?
Bei uns am Hof haben wir schon seit mehreren Generationen auf Basis unserer ideellen Werte wie Nachhaltigkeit gelebt und gearbeitet. Dies war immer eine große Herausforderung – gerade in Zeiten, wo politische Förderungsmaßnahmen, der Konsum und der internationale Wettbewerb zwangsläufig zu einer Industrialisierung der Land- und Forstwirtschaft geführt haben. Ich möchte es nicht verschönern, denn eine Existenz als kleiner bäuerlicher Betrieb mit der Philosophie, wie sie mir mein Vater weitergegeben hat, ist kaum oder gar nicht möglich. Somit ist das, was uns bleibt, ein Hobby – eine Ideologie.
Was verstehst du unter dieser Ideologie?
Für sein ganzes Leben der Natur so nahe zu sein, lehrt einem
Respekt gegenüber all ihren Erscheinungsformen zu haben – den
Tieren, den Pflanzen, dem Wetter und allen anderen Naturgewalten. Ich schätze meine Ideologie ist somit der respektvolle Umgang mit der Natur. Aus diesem Denken ergibt sich alles andere, wie zum Beispiel eine artgerechte Tierhaltung oder Einzelstammnutzung statt einer Waldrodung.
Warum habt ihr euch für die Rechtsform eines Vereins entschieden?
Ich denke, es ist jetzt an der Zeit unsere Überzeugungen und ideellen Werte in die richtige Rechtsform zu gießen. Wir wollen nicht in eine industrielle Bewirtschaftung gedrängt werden und wollen als Verein ein Zeichen nach außen setzen, dass wir nicht nach Gewinn streben. Außerdem wollen wir unsere Türen öffnen und mit unseren Mitgliedern unsere Ideologie teilen.
Für mein persönliches und wirtschaftliches Fortkommen mache ich die Lehre als Mechaniker und habe derzeit auch kein Interesse den Bauernhof meiner Eltern gewinnorientiert und im Vollerwerb zu führen. Ich betrachte es aber als meine Verantwortung, dass der Hof und die bäuerlichen Strukturen weiterleben. Daher entstand die Idee, einen Verein zu gründen.
Gaming, 01.01.2020
Das Projekt „Bauernzukunft“ vom Verein NaturAmHof erforscht, unter welchen Voraussetzung ein bergbäuerlicher Betrieb im Vollerwerb erhalten bleiben kann, wenn dieser nachhaltig und umweltschonend wirtschaftet.
Umgesetzt wird das Projekt am Bauernhof "Mais" in Gaming. Der gepachtete land- und forstwirtschaftliche Betrieb befindet sich auf einer Seehöhe von 880 Metern und hat eine Fläche von 65 Hektar. Auf dem Hof leben 12 Mutterkühe mit ihren Kälbern, ein Stier, zahlreiche Hühner, zwei Schweine, mehrere Katzen und ein Hund. Die Tiere werden von den Mitgliedern des Vereins betreut, wobei auf eine artgerechte Tierhaltung besonderen Wert gelegt wird. Für weitere Informationen können Sie uns gerne persönlich kontaktieren.